Musizieren, kommunizieren, interagieren

Das JUGEND JAZZT 2021 Workshop-Angebot

der Musiker:innen-Initiative Bremen

 

Art Blakey: „Ich bin kein Heuchler, ich mache Fehler auf der Bühne.

Und meine Fehler sind laut. Aber das ist der Spaß an der Musik. Man lernt.”

 

Warum JUGEND JAZZT Bremen?

 

Improvisation ist ein wesentlicher Bestandteil des Jazz. Im zeitgenössischen Jazz werden Improvisation, Interaktion und Komposition/Arrangement eng miteinander verwoben ((Improvisation = composition in motion). Improvisation ist in den Lehrplänen von Schulen und Musikschulen fest verankert, wird jedoch leider mangels Ausbildung oder Zeit häufig vernachlässigt.

 

 

Was ist eigentlich das Besondere an Improvisation?

 

Improvisation ist eine Kommunikationsform, die das gemeinsame Spielen zum Ziel hat (homo ludens). Die improvisierte musikalische Interaktion erfordert soziales Agieren (Ideen entwickeln, Impulse setzen) und Reagieren (Zuhören, Impulse von anderen aufnehmen).

 

 

Worin unterscheidet sich Improvisation von nicht improvisierter Musik?

 

Improvisieren bedeutet, in unvorhersehbaren Situationen die Möglichkeiten sinnvollen Handelns zu erkennen und in die Praxis umzusetzen. Es gibt allerdings nicht richtig und falsch wie beim Spiel nach Noten sondern vielmehr die Herausforderung, die gewählten musikalischen Mittel spontan so einzusetzen, dass etwas Interessantes entsteht. Das alles passiert in Real-Time (im Hier und Jetzt), ohne etwas nachträglich bearbeiten zu können.

 

 

Warum trägt sie zu einer guten Entwicklung von Schüler:innen bei?

 

Improvisieren trainiert unter anderem die Orientierungsfähigkeiten in Gruppenarbeitsprozessen, die verantwortungsvolle Gestaltung von Freiheit in Gruppensitua;onen und ganz besonders kreatives Handeln in einer Gruppe (Risikobereitschaft, Spannungsaufbau, problem solving, Geistesblitze, direkte Umsetzung von Ideen, etc.). In der Improvisation werden also kommunikative und gesellschaftliche Umgangsformen, welche die Integration des Einzelnen in eine Gruppe und die Orientierung an gemeinsamen Zielen fördern, auf spielerische Weise über das Medium Musik eingeübt.

 

 

Und was ist JUGEND JAZZT?

 

Jedes Jahr findet in allen Bundesländern die Landesgbegegnungen Jugend Jazzt statt. Man kann sich als Jugendliche:r dafür bewerben und kann bei erfolgreicher Teilnahme für die Bundesbegegnung Jugend Jazzt vorgeschlagen werden. Bei den Begegnungen treffen sich jazzgbegeisterte Nachwuchsmusiker:innen und stellen sich gegenseitig ihre Art zu imporivsieren

vor. Die hier angebotenen Workshops können genutzt werden, um sich auf die Landesbegegnung Jugend Jazzt Bremen vorzubereiten.

 

 

Das Workshopangebot

 

Mit dem Workshopformat der MIB möchten wir direkt an Schulen gehen und mit den Schüler:innen Improvisation entdecken, entwickeln und Lust wecken, weiter einzusteigen in den Kosmos des Jazz und der Improvisation. Dabei bieten wir drei verschiedene Formate an, die je nach Bedarf einzeln oder auch zusammen an den Schulen gebucht werden können.

 

 

Workshopangebot 1

Improvisation für Einsteiger:innen

 

Hier lernst du die Basics der Improvisation. Schritt für Schritt bekommst du einen Einblick, wie du deine improvisatorischen Fähigkeiten üben und ausbauen kannst. Dazu nutzen wir Backings und Stücke, die in Bläserklassen / Schulorchestern etc. gespielt werden, damit du das Gelernte direkt anwenden kannst.

• wie verwende ich eine Auswahl an Tönen, wie die Pentatonik oder die Bluestonleiter, um interessante Motive zu bilden und zu variieren?

• wie kann ich Call und Response in der Improvisation umsetzen?

• wie setze ich musikalische Parameter ein, um ein Solo aufzubauen und zu steigern?

• wie kann ich ein Thema variieren?

 

 

Workshopangebot 2

Rhythmustraining

 

Dieser Workshop richtet sich an alle Instrumente und Altersgruppen. Hier gewinnst und verbesserst du deine rhythmischen Fähigkeiten, um auf der einen Seite besser zusammen zu spielen (Sätze, Break, Timing, Ending, etc.), aber auch um andere besser begleiten zu können. Bevor ich überhaupt mit dem Ohr bei den Mitspielern sein kann, muss ich erst einmal bei mir bleiben können, also rhythmische Sicherheit und Unabhängigkeit erlangen.

Inhalte sind unter anderem:

• agieren in Solopassagen (wo ist denn die 'Eins'?)

• nicht schleppen (langsamer werden)

• nicht pushen (schneller werden, nach vorne drängen)

• was hat Rhythmus mit Melodie zu tun?

 

 

Workshopangebot 3

Angewandte Jazz-Harmonik (für Einsteiger:innen oder Fortgeschrittene)

 

Hier lernst oder vertiefst du, wie Akkorde gestaltet werden können und wie du sie als wertvolle Impulse für das Zusammenspiel mit Bass, Drums oder der Melodie/dem Solo verwenden kannst.

• wie improvisiere ich über Stücke meiner Band (Musikschwerpunktklasse, Bläserklasse, Schulorchester, …)?

• wie funktioniert Comping (Begleitung mit Akkorden) mit Gitarre und Klavier?

• wie können Backgrounds als Unterlegung von Solist:innen gestaltet werden (guide lines, etc.)

• was haben Akkorde mit Melodien zu tun (und umgekehrt)?

• was haben Akkorde mit Rhythmen zu tun (und umgekehrt)?

• was kann innerhalb (inside) und außerhalb (outside) der Akkorde alles passieren, um deine Begleitung spannender zu gestalten?

 

 

Finanzen und Organisatorisches 

Wer? Wann? Wo? Wie? Wie teuer?

 

Wer: Workshopleiter:innen sind Musiker:innen der MIB. Adressaten sind vor allem Schulen (1. Klasse bis Q2) und Kindergärten/KiTas mit (und ohne) Musikschwerpunkt

Wann: Normale Dauer der Workshops sind 90 Minuten (länger ist kein Problem, kurzer ggf. auf Nachfrage). Von vormi\ags bis abends ist alles möglich. Am sinnvollsten sind 3 Termine à 90 Minuten im Abstand von einer Woche. Langfristiges Coaching (z.B. alle 2 Wochen über ein Jahr) ist natürlich auch möglich.

Wo: Die Workshops finden normalerweise vor Ort statt (wir kommen zu Ihnen). Ein Workshop in der MIB (Buntentorsteinweg 112) ist auch möglich.

 

Voraussetzungen für einen Workshop vor Ort

Ein Raum für Ensembleproben mit zwei Differenzierungsräumen. Die Instrumente müssen selbst mitgebracht werden. Bei Grundschulen und KiTas sind auch Workshops möglich, ohne dass Instrumente mitgebracht werden.

 

Wie: Das kommt auf den Workshop an:

Variante 1: 4-10 interessierte (!) Kinder/Jugendliche (Combo-Training)

Variante 2: 16-30 (Bläser- und Musikschwerpunktklassen)

Variante 3: Einzel- oder Partnerunterricht. Es werden nach Interessenslage Arbeitsgruppen gebildet, in denen zum gewünschten Bereich etwas erarbeitet und zum Abschluss vorgeführt wird (Variante 1/2) oder es wird intensiv an ausgewählten Aspekten gearbeitet, die sich die Teilnehmenden wünschen (Variante 3).

 

Wie teuer: Die Workshop sind normalerweise kostenlos. Die Aufwandsentschädigung für Workshopleiter:innen (50. - € pro Stunde) wird von der MIB, dem LMR Bremen und anderen Geldgebern bezahlt.