KLANK
frei improvisierte Musik und Musikprojekte aus Bremen >
Reinhart Hammerschmidt - kontrabass, sachen
Christoph Ogiermann - violine, stimme, sachen
Tim Schomacker - alltagsperkussion, stimme, sachen
Hainer Wörmann - gitarre, sachen
In der Tat: Es ist eine Frage der Handhabung. Oder auch der Handhabe. Als Duo, Trio oder Quartett beziehen sich KLANK eigensinnig auf ihr Instrumentarium. Dieses reicht von einem Streichquartett-Torso aus Violine und Kontrabass über eine selten so unrockistisch gehörte Gitarre bis hin zu diversen Alltagsgegenständen, denen Geräusche abgerungen werden, die sie in Küche, Bad und Wohnzimmer selten fabrizieren. Oder sollte man sagen: Hier dürfen sie mal, wie sie wollen? Was indes auch für den eher klassischen Instrumententeil des KLANK-Apparats gilt.
Als Quartett improvisieren Reinhart Hammerschmidt, Christoph Ogiermann, Tim Schomacker und Hainer Wörmann frei. Ihr Quartettspiel ist mehr als der sprichwörtliche kleinste gemeinsame Nenner. Auch
wenn zwischen gestrenger Konzeption und freier Eruption (respektive gestrenger Freiheit und eruptiver Verabredung) die sehr verschiedenen Zugänge und Vorwege der vier Musiker nicht immer ungesagt
bleiben. Besagte Wege reichen von zeitgenössischer Komposition über Jahrzehnte lange Spielerfahrung in avanciertem Jazz und freier Improvisation bis zum dezidiert nichtakademischen Zugriff auf
Spielmaterialien. Heraus kommen nicht selten raumbezogene und situationsevozierte Musikstücke in unterschiedlicher Formgebung: Von der Miniatur von nur wenigen Sekunden Dauer über das
zeitgeklammerte Stück mit gerader Minutenzahl bis zum langen (aber nicht ausufernden) KLANK-Gepräge.
Anlässlich der konzertanten Erstveröffentlichung des im Frühjahr 2008 gegründeten Quartetts schrieb der Musikjournalist Christian Emigholz folgendes:
„Zwischen Konzeption und Freiheit war das spannende Set des Vierers angelegt, das, ganz seiner Namensgebung entsprechend, Forschungen zwischen Klang, Ton und Geräusch, zwischen expressiver
Emotionalität und fixierter Struktur betrieb. Zu Letzterem lässt sich das Eröffnungsstück auf der Galerie im 1. Stock zählen, bei dem es vordringlich um das Hören (und damit Dechiffrieren) der
Geräusche ging, weniger um das Sehen ihres Entstehens: Das Tropfen nasser Handtücher in Eimer, Zerreißen von Papier, Schleif-, Schabe- und Quietschklänge verdichteten sich zu einer schlüssigen
Sinfonie des Alltäglichen.” Weser Kurier, 16. Juni 2008
Nach Jahren des Zusammenspiels in verschiedenen musikalischen Zusammenhängen gaben sich KLANK eine Form: Als konzertierendes und konzipierendes Quartett, aber auch als über die Vierzahl hinaus
reichende Produktionseinheit. Diese entwickelt Ideen, Konzepte und Musikereignisse für größere Gruppen. Zuletzt die abendfüllenden Konzertereignisse VENTIL II (September 2008, in Zusammenarbeit
mit der Grundschule an der Landskroastraße in Bremen-Marßel) sowie GROSSES LERNEN – frei nach Cornelius Cardew – (Mai 2009, zusammen mit GrundschülerInnen aus Marßel, Lauter Blech sowie den
Künstlerinnen Monika B. Beyer, Dina Koper und Anne Schlöpke). Für die nähere Zukunft ist neben einer Plattenveröffentlichung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Komponisten u.a. der Brückenschlag
in Richtung Literatur vorgesehen: Gemeinsam mit dem Schriftsteller Peter Abromeit wird dessen Industrial-Epos VERSTÜRZTE SCHLOTE zu einer Performance und einem Hörspiel weiter entwickelt.
KLANK & KOPER
ANUNDFÜRSICH
Live in der Exerzierhalle Oldenburg
Oktober 2011
Trailer for KLANKfilm ANUNDFÜRSICH
by Conrad Beyer / Sylvain Ramon (DVD / 58 minutes)
KLANK
Miniaturen
pt. 1 - 9
Live im Kontorhaus Bremen
Januar 2011
KLANK
Miniaturen
pt. 10 - 17
Live im Kontorhaus Bremen
Januar 2011
12.11.2009
Theatrium Bremen
Oder: Wie im letzten Jahr als ich mir eine Commerzbank kaufen ging
Film: Deutsches Tanzfilminstitut Bremen
KLANK
StadtKLANK >
Live in Altstadt & Marktplatz, Waiblingen
Oktober 2010
Aufnahmen aus dem Videotagebuch von KLANK (Dauer:
15:24)
Konzertdauer: 75 Minuten
8.10.2010
Altstadt & Marktplatz, Waiblingen
Im Oktober 2010 war Waiblingen Schauplatz einer stadtumfassenden musikalischen Aktion. Im Rahmen des Festivals 'Zukunftsmusik' entwickelte das Musik-Aktions-Ensemble KLANK einen ca. 60-minütigen Klangmarsch durch die Waiblinger Altstadt. Ein musikalisches und räumliches Konzept mit 400 Laien- und Profimusikern und sogar engagierten Nicht-Musikern. Die Stadt füllt sich mit Klang, der sich langsam aber stetig verändert. Die Live-Musik und deren Verarbeitung verdichten sich und kulminieren in einer Abschlussmusik, die den zentralen Aufführungsort ganz erfüllen wird: den Marktplatz in Waiblingen – eine eindrückliche Klangcollage aller beteiligten Akteure.
KLANK - GROSSES LERNEN (2009)
Peter Abromeit über die Uraufführung des Musiktheaterstücks
GROSSES LERNEN:
„Das Orchester selbst ist ein improvisiertes, zusammengewürfelt aus Amateuren und erfahrenen Musikern, bestehenden Ensembles wie »Lauter Blech« und Einzelnen, Künstlern und Enthusiasten,
Erwachsenen und Schulkindern, aus mehr als 70 Personen.
Auch das Instrumentarium ist zusammengewürfelt: Plastikflaschen und Luftballons behaupten sich neben Posaunen, Trompeten und Saxophonen. Kontrabasskarton und Topfdeckel konkurrieren mit Trommel
und Conga, beschämen die etablierten Stars der Percussion mit ihrem erfrischenden clownesken Potential. Eric Saties Saugrüssel in C und sein Chromatischer Waschbottich in H kommen endlich zu
Gehör.
All dies organische und anorganische Material setzt sich im Lernprozess zusammen, vernetzt sich mit allen Sinnen. Das Publikum wohnt dem Entstehen eines Klangkörpers bei, den ersten Gehversuchen
eines künstlichen Menschen, der Konstruktion eines gesellschaftlichen Wesens, das mit sich selbst beschäftigt ist, sich selbst genügt.” Positionen – Texte zur aktuellen Musik 80. 2009